Gezwitscher

Don

30.

Juni

Nach Helmut Kohl gab es nur noch Kriegskanzler
Geschrieben von: Harald Pflueger   

Meine Güte, wie lange ist das her. Helmut Kohl war der letzte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, der keinen militärischen Krieg führte. Für seine beiden Nachfolger Schröder und Merkel ist Krieg bloß ein Alltagsgeschäft. Ohne viel Federlesen entscheiden die beiden über Leben und Tod am andern Ende der Welt.

Genau seit 12 Jahren befindet sich Deutschland immer irgendwo im Krieg - und keiner spürt so richtig etwas davon. Die Gegner, die Deutschland überfallen hat, erst Jugoslawien, dann Afghanistan waren bzw. sind so schwach, daß sie sich nicht wehren konnten oder können. Dementsprechend muß in Deutschland niemand in seiner Shoppingmeile, auf Arbeit oder zu Hause eine Gegenreaktion erwarten. Während die Belgrader im Luftschutzbunker saßen, haben die Deutschen wie gewohnt ihre Chips vorm Fernseher gekaut. Das ist in höchstem Maße ungerecht.

Kriegskanzler Schröder

Kanzler Schröder war der erste der Deutschland nach 1945 wieder in einen Krieg führte. Vorbei waren die Gesänge der alten Sozialdemokratie, daß "von deutschem Boden nie wieder Krieg" ausgehen dürfe. Ab sofort hatten die Demagogen das Wort. Lafontaine gehörte zu den wenigen Sozialdemokraten, die keine Angst vor der nachfolgenden Hetzjagd hatten und trat von seinen Ämtern zurück.

Der Krieg richtete sich gegen das kleine Jugoslawien, daß andere Vorstellungen hatte als es den Konzernen des Westens recht war. Diese brauchten das Kosovo für das umstrittene Nabucco-Projekt aber auch als Dreh- und Angelpunkt für kriminelle Geschäfte aller Art, wie es bis heute einzigartig auf der ganzen Welt ist. Heute werden im Kosovo die weltweit größten Drogendeals ausgehandelt und abgewickelt. Für die ach so redlichen Banken und "Anleger" des Westens springen dabei täglich viele Millionen Umsatz heraus. Wenn "Börse im Ersten" mal wieder berichtet, daß die Bankenwerte gestiegen seien, hat die Bundeswehr als Schutzmacht der Drogen-Kartelle nicht unerheblich dazu beigetragen. Immerhin wird der Tagesumsatz weltweit auf eine Milliarde geschätzt. Politisch ist es auch sehr genehm, kann man sich dadurch doch erhebliche Teile von ansonsten aufmüpfigen Menschen vom Leibe halten. Mit Drogen voll gepumpt, leistet man keinen Widerstand mehr.

Unter Führung der Sozialdemokraten und Grünen wurden in Jugoslawien mit Menschen besetzte Brücken, Krankenhäuser und das Personal von Fernsehsendern bombardiert. Die Opfer wurden bis heute nicht entschädigt. Das Ergebnis der NATO-Eskalationsstrategie ist eine noch größere Feindschaft zwischen den Nachbarn und ein Kosovo mit einer einmaligen Infrastruktur für Verbrechen aller Art.

Als nächstes schickte Schröder seine Soldateska nach Afghanistan. Unter der Besatzung des kleinen armen Landes boomte auch hier sofort das Verbrechen. Der Drogenanbau stieg unter den Augen der Bundeswehr von Null auf Hundert. Unter der Herrschaft der Taliban war der Drogenanbau vollständig unterbunden worden, doch die neuen NATO-Machthaber machten das Land zum größten Opium-Produzenten der Welt.


Kriegskanzlerin Merkel

Der Afghanistan-Krieg wurde von der neuen Kanzlerin Merkel im Jahr 2005 völlig einfaltslos übernommen und fort geführt. Sie konnte keine eigenen Gedanken über Sinn und Unsinn des Krieges, geschweige den ein glaubwürdiges Ausstiegs-Szenarium entwickeln. Im Gegenteil, unter ihrer Rigide stieg die Aggressivität der Besatzer erheblich. Sie ist die erste Frau als Bundeskanzler, vor allem aber die erste Kriegs-Kanzlerin.

Seit 2001 versucht sich der afghanische Widerstand zu organisieren. Über viele Jahre völlig erfolglos. Die NATO und Bundeswehr konnten sich dort alles erlauben. Regelmäßig wurden sogar Hochzeitsfeierlichkeiten bombardiert. Den Gipfel des hinterhältigen feigen Terrors erlaubte sich jedoch die Bundeswehr in Kunduz: Wegen zwei geklauten Lastwagen ließ der Bundeswehr-Oberst Klein die Zivilbevölkerung bombardieren. Trotz zweifelnder Nachfragen der Piloten hielt man im "deutschen Gefechtsstand" an dem schier unglaublichen Vorhaben fest. Mehr als 140 Tote mußten anschließend gezählt werden. Darunter zahllose Kinder und Jugendliche. Der Kriegsminister zu Guttenberg entblödete sich später nicht, ein paar Ziegen als Wiedergutmachung anzubieten. Man muß sich das einmal vorstellen, bei einem Krieg, für den die Deutschen täglich Millionen ausgeben, bleibt für den Bauern, der seine Söhne (Und damit auch Altersversorgung) verloren hat, gerade mal eine Ziege über.

Und wenn die afghanische Bevölkerung mal ihren ganzen Mut zusammen faßt und gegen die ungeliebten Besatzer demonstriert, schießt die Bundeswehr gleich in die Menge wie kürzlich in Talokan. Zwölf Tote und mehr als 80 Verletzte unter der demonstrierenden Zivilbevölkerung.

Von all dem merkt man in Deutschland nichts. Man hört nur davon, ist selbst nicht betroffen. Genau das ist aber das Gefährliche an diesen Kriegen. Nur deswegen können die deutschen Kriegskanzler ihre Kriege in aller Welt ohne jeglichen Widerstand führen. Nur so können sie sich an Kleineren und Schwächeren vergreifen und auf sie eindreschen, wenn sie nicht spuren wollen.

Für ältere Menschen eine nahezu surreale Vorstellung, das Regime und seine Handlanger führen Krieg und keiner merkt etwas davon. Offenbar haben die Kriegskanzler Schröder und Merkel von dem davor letzten Kriegskanzler gelernt.

 

 

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