Gezwitscher

Die

09.

August

"Rebellen" in London auf dem Vormarsch - "Randalierer" in Libyen auf dem Rückzug
Geschrieben von: Harald Pflueger   

London/Benghazi. So schnell ändern sich die Zeiten und die Wortwahl der Medien. In primitivster Hetze zieht man über die Jugendlichen, die inzwischen in vielen Städten Englands ihrem Unmut Luft machen, her. Jetzt nennen sie die Entrechteten und Gedemütigten "Randalierer", jene Jugendliche, denen man alles genommen hat, was man jungen Menschen nehmen kann. Und die wehren sich massiv gegen das verhaßte System, jenes System, daß ihnen keinerlei berufliche Perspektive gibt, daß ihnen soziale Leistungen versagt und deren Polizei sie verprügelt oder wie vor ein paar Tagen einfach erschießt. Das System der Diktatur der Reichen über die Armen wird offenbar breit angegriffen.

Und in Bengasi werden die bewaffneten Banden immer mehr in die Enge getrieben. Trotz massiver Unterstützung durch die Regierungen in Washington, London, Paris und Berlin können die Randalierer ihren Terror gegen die Zivilbevölkerung nur noch eingeschränkt fortsetzen.

Nun, was lernen wir, wenn junge Menschen in England mit Gewalt gegen die Symbole des Systems vorgehen, sind das "Randalierer". Wenn in Libyen vom Ausland finanzierte Söldner gegen die dortige Bevölkerung und Regierung mit tausendfachem Mord und Totschlag vorgehen, sind das "Rebellen".

Müssen die Jungendlichen in England jetzt auch morden, bevor man sie "Rebellen" nennen darf ?

 

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